im zentrum meines kompositorischen strebens
steht die suche nach immer neuen formen,
um meine persönliche, innere atmosphäre
und stimmung hörbar zu machen.
wie komme ich am besten dazu?
ich kann mich nicht unbedingt auf eine idee, einen
einfall verlassen, denn die "deformation professionelle"
führt allzuoft dazu, dass ich in gängige muster verfalle,
wie der dichter sich daran stösst, wenn ihm beim reimen
auf cuore (herz) immer fiore (blumen) in den sinn kommt.
zugegeben, wäre ich innerlich ganz unverstellt offen,
könnte ich frei und gegenwärtig mit der idee umgehen.
in meiner situation allerdings misstraue ich dem einfall
und nehme lieber den zufall um freien zugang in meine
inneren räume zu haben. natürlich kann ich
nicht warten bis es dem zufall beliebt einzutreten.
ich beschleunige den prozess, indem ich mit
zufallsoperationen arbeite.
und so mache ich es:
ich würfle und lose eine akkordabfolge aus, indem ich
zuerst aus einem beutel, mit allen 12 grundtonkärtchen,
einen ton ziehe.
der würfel entscheidet dann über
akkordtyp und länge des akkordes (1 oder 2 takte). pauschal fürs ganze stück wird noch eine taktart ausgewürfelt und schon beginnt die reise.
wie sich im folgenden eine solche
struktur zum fertigen
stück weiter
entwickelt ist individuell und an
keine weiteren methodischen regeln
gebunden.
im obigen kurzfilm kann mitverfolgt werden,
wie ein solcher prozess ablaufen kann.